Gesellschaft/Interna

Schwedentrunk – Auf eine Cola bei Vampiren

04/red-jg

 

 Hunyad Castle

 

Jennifer hat sich für diesen Bericht in den hohen Norden Schwedens begeben. Aber nicht etwa, um dort ihrem Faible für Wikinger zu frönen, sondern um sich dort mit Madleen, einer Vampirin zu treffen, der den Lesern des Schattenwelt-Reports den geheimnisvollen Orden etwas näher bringen könnte.

Dabei ist etwas geschehen, was unserer routinierten Chefredakteurin noch nie passiert ist, sie hat ihre Aufzeichnungen verloren. Was sie allerdings in ihrem Gepäck gefunden hat, ist ein Tonband, dessen Wortlaut wir an dieser Stelle statt Jennifers Niederschrift wiedergeben werden:

Mein Besuch ist da. Eine junge Journalistin vom Schattenweltreport besucht mich auf meiner Burg im Norden Schwedens. Tiefe Finsternis liegt über dem nebelumwobenen Umland. Ich empfange die Sterbliche in einem meiner kleinen gemütlichen Turmzimmer, in dem ich nachträglich einen Kamin habe einbauen lassen. Ein Feuer prasselt leise vor sich hin und erwärmt den karg eingerichteten Raum behaglich.

Vor dem Kamin liegt ein dicker flauschiger Teppich auf den nebeneinander zwei bequeme, rote, dem Feuer zugewandte Sessel stehen. Die Steinwände sind rau und voller Kerben, die die Zeit hinterlassen hat. Ich finde, diese alte im frühen Mittelalter errichtete Burg strahlt in kalter, harter Dominanz ihren eigenen Charme aus. Hinter den dicken Mauern kann man die Welt aussperren oder sich eine eigene erschaffen.

Die Reporterin lächelt mich offen an und ich frage mich, ob dies ein Zeichen von Mut oder Dummheit ist. Sicher werde ich es bald herausfinden. Ich beuge mich vor und meine Zähne blitzen im halbdunklen Feuerschein auf, als ich ihr einen kurzen Blick auf mein Gesicht erhaschen lasse. Sie zieht die Luft ein. Selbst Frauen sind von meiner Schönheit geblendet.

„Ich grüße dich, meine menschliche Freundin“, sage ich und bin wirklich beeindruckt, da keine Spur von Angst in den Augen meines Gegenübers zu sehen ist. Nein, sie ist nicht dumm. Das kann ich an ihre Reaktion deutlich erkennen. Sie hat Courage. Das gefällt mir.

Mhm … will ich sie töten? Ich weiß es noch nicht. Ihre bezaubernden Ohrringe lenken mich ab.

Ihre bezaubernden Ohrringe lenken mich ab.

Unbeeindruckt sieht sie sich um. „Sie haben ein beeindruckendes Zuhause.“

„Ah, nun eigentlich ist dies die Burg des Königs der Verdammten. Ephraim. Aber er hat diesen Sitz aufgegeben und so ist es nun meiner. Sind deine Ohrringe echt?“

Kurz runzelte mein Gast die Stirn.
Die Ohrringe sind hübsch, aber Modeschmuck kann ich nicht ausstehen. Ich zeige auf die goldenen Anhänger, die die Form von zarten Tropfen haben. „Ist das Gold?“

„Äh, ja … Wo Sie gerade König Ephraim erwähnen, beginne ich doch gleich mit meiner ersten Interviewfrage und bedanke mich erstmal, dass ich zu Ihnen kommen durfte. Also, wie war es für Sie damals am Hof des Königs-“

„Wer hat dir überhaupt erlaubt in meine Burg zukommen?“, unterbreche ich sie aufgebracht. Ich mag keinen Besuch!

„Sie haben mich eingeladen“, antwortete die Reporterin bedächtig. „Ich habe Ihnen einen Brief geschrieben, ob ich kommen darf und Sie haben zugesagt.“

Geistesabwesend winkle ich meine Beine an und stützte meine Füße auf der weichen Sitzfläche ab. Mhm, habe ich sie eingeladen? Ich lasse meine Zehen wackeln und beobachte, wie die junge Frau mich beobachtet. Wäre mein Gesicht nicht unter der Kapuze meines schwarzen Mantels verborgen, könnte sie mein spöttisches Grinsen sehen. Ihr Herzschlag hat sich beschleunigt. Jetzt bekommt sie doch ein wenig Furcht.
Gut so!
„Ah. Richtig. Ich habe dich eingeladen. Wieso habe ich das gemacht? Was willst du von mir?“
Und ich habe ihren Namen vergessen. Wie hieß sie bloß?

„Wegen des Interviews“, sagt die Frau ruhig. „Ich komme vom Schattenwelt-Report und wollte Sie interviewen als eine der mysteriösesten Vampire von denen Laya Talis Chronik berichtet.“

„Laya, wer?“, hake ich nach. Der Name kommt mir bekannt vor.

„Laya Talis. Sie hat über die Vampire geschrieben. Was in der letzten Schlacht passiert ist und wie es dazu gekommen ist. Über den Ersten Vampir Marcus, über den König der Vampire Ephraim, über die Organisation. Über Sie! Euren Pakt mit den Menschen, den Verrat, den Krieg und so weiter. Über die Welt Zwischen Göttern und Teufeln.

Ich schlage mir mit der Hand vor den Kopf, da es mir wieder einfällt. „Richtig. Marcus ist noch immer ziemlich sauer auf Laya Talis. Seiner Meinung nach hat sie in den Chroniken zu viel über ihn verraten und dabei doch zu wenig gezeigt, wie genial er ist.“

„Marcus ist sehr von sich eingenommen“, bemerkt mein Gast trocken. “Es ist in keinem der Bücher herausgekommen, was er von Ihnen hält. Wie ist Ihre Beziehung zu ihm?“

Ich denke eine Weile über diese Frage nach und entscheide mich, nicht zu antworten.
„Ich habe schöne Füße, oder?“ Ich strecke ein Bein von mir und präsentiere ihr meinen nackten Fuß.

Wieder ein verwundertes Stirnrunzeln. Ich denke darüber nach, der hübschen Frau zu sagen, dass sie ihre Stirn nicht so oft kraus ziehen soll. Da sie kein Vampir ist, hätte diese Angewohnheit sonst zur Folge, dass sie Falten bekäme. Aber ich lasse es bleiben.
Wieso?
Woher soll ich das wissen?

„Verraten Sie mir, wieso Sie nie Schuhe tragen? Vampire frieren zwar nicht so schnell wie Menschen, aber es muss doch dennoch auch für Sie kalt sein.“

„Ist es auch. Soweit ich mich erinnere, lüftet Laya Talis dieses Geheimnis im vierten Band ihrer Reihe.“

„Da der bald erscheint, können Sie mir es auch gleich erzählen. Der Schattenwelt-Report bevorzugt Informationen aus erster Hand.“

„Was soll ich erzählen?“, frage ich und kichere. Es macht mir Spaß diesen Menschen zu ärgern. Tatsächlich bin ich, ebenso wie Marcus, nicht damit einverstanden, wie viele intime Geheimnisse Laya Talis über uns Preis gegeben hat und das, was man über mich in Die Schlacht – Zwischen Göttern und Teufeln erfährt, gefällt mir besonders nicht. Vielleicht sollte ich ihr einen Besuch abstatten und verhindern, dass ihr letztes Buch veröffentlicht wird …

„Na gut. Wechseln wir das Thema. Sie waren über ein halbes Jahrhundert die Geliebte des Vampirrpinzen John und lebten am Hof des Königs. Wollen Sie uns etwas über ihren damaligen Alltag erzählen?“, fragt die Reporterin.

Meine Laune verschlechtert sich rapide und ich beschließe, dass mein Gast meine Burg definitiv nicht lebend verlassen wird. „Der Prinz war für mich nicht mein Geliebter, sondern ein jämmerlicher Wurm in dessen Bett ich gezwungen wurde, damit mich Antonius, diese elende Kröte, nicht erwischt. Antonius – bah! Weißt du wer das ist?“

„Antonius? Ja, natürlich. Er ist ein Vampirfürst, den alle, auch die Menschen, die Bestie nennen. Er ist ein Sadist und der bösartigste Mann, von dem ich je gehört habe.“

„Er ist ein perverses Schwein.“ Ich schnaufe und versuche zu verbergen, dass es mich schüttelt. Die Erinnerungen daran, wie dieser Vampir, der um so viel stärker ist als ich, mir droht, mir die Haut vom Körper zu schälen und mich mit seinem Schwert zu pfählen und danach zu vergewaltigen, machen mir Angst und ekeln mich an. Er kündigt an, mir jeden Knochen im Leib zu brechen, mir die Glieder abzuschneiden und mich damit zu füttern. Seine Perversionen sind grenzenlos in ihrer Abscheulichkeit.
„Die meisten glauben, dass Antonius der gefährlichste aller Vampire ist. Da er in seinem schwarzen Herzen nur Böses trägt. Da seine Lust nur durch den Schmerz anderer gestillt wird.“

Die Reporterin beugt sich interessiert vor. Mir fällt ein, dass der Schattenwelt-Report es immer wieder schafft, die mächtigsten Vampire der Welt zu interviewen. „Und Sie glauben das nicht? Halten Sie Marcus für gefährlicher? Da er stärker ist als Antonius?“

Ich warte auf keine Antwort, sondern schüttele meinen Kopf. „Nein. Marcus ist mächtig, aber er ist berechenbar. Man weiß, dass er, um seine Macht zu stärken, keine Skrupel kennt. Er lügt und mordet, wenn es ihm nutzt. Aber er empfindet keine Lust am Töten. Er handelt taktisch, nie willkürlich. Er ist stärker, aber nicht gefährlicher als die Bestie.“

„Wen meinen Sie dann? Doch nicht Jeremias, den Schwarm der Frauen?“

Ich kichere albern. Jeremias ist wirklich ein unglaublich schöner Mann. Tapfer, edelmütig und ein stolzer Krieger. Ein Ritter. Aber für meinen Geschmack langweilig und

Die Liebe zu seiner Wächterin nervt.

„Nein. Ich meine Esther, das Vampirmädchen. Die ist gruselig und verrückt. Kein Wunder. Eine über zweitausend Jahre alte Vampirin, gefangen im Körper eines zwölfjährigen Mädchens. Und“, ich beuge mich nun ebenfalls vor und flüstere nur noch, „ihre kreischende Stimme tut mir in den Ohren weh.“

Der Blick der mich nun streift ist mir bekannt.
Ich bin nicht verrückt“, stelle ich klar. „Auch wenn das immer alle behaupten.“

„Nun, um noch einmal auf die Romane von Laya Talis zurück zu kommen. Sie lässt es ebenfalls offen, ob Sie nur spielen wahnsinnig zu sein oder ob Sie tatsächlich geistig … nicht ganz stabil sind.“
Nervös notiert die Journalistin etwas auf ihren Block. „Nichts für ungut.“

Nichts für ungut?
Ich denke darüber nach, ihr den Kugelschreiber wegzunehmen, um in ihr in ein Auge zu stechen. Aber ich habe keine Sklaven und müsste den Dreck den ich dabei anrichten würde, selbst wieder weg machen. Also lasse ich es bleiben.
„Hast du Durst? Soll ich dir eine Cola bringen?“

„Oh ja, vielen Dank.“

„Gern.“

Mein Gast sieht mich erwartungsvoll an.
„Hast du keine Fragen mehr?“

Sie blinzelt irritiert. „Sie wollten mir eine Cola bringen, Madleen.“

„Ich? Wie kommen Sie darauf?“ Ich blinzele unschuldig.

„Weil Sie … Nicht so wichtig.“
Sie seufzt und klingt langsam aber sicher ein wenig ungeduldig.
„Sie waren in der Gefangenschaft der Organisation. Tom Sander hat an Ihnen, wie an vielen anderen Vampiren, grausame Experimente durchgeführt, um hinter das Geheimnis der Unsterblichkeit zu kommen. Haben Sie diese traumatische Erlebnisse verarbeiten können?“

„Er hat mich aufgeschnitten als wäre ich ein Truthahn. Hat mich ausgeweidet! Mich angezündet. Mir sein verfluchtes Serum in die Vene gejagt.“
Ich schnalze ungeduldig mit der Zunge. Über Tom Sander spreche ich nicht gern. Er macht mir Angst. Heute noch und mehr sogar als Antonius. Mehr als der Leibhaftige. Manchmal sehe ich in der Dunkelheit seine blauen Augen und bin gelähmt vor unbeschreiblicher Furcht. Und dennoch ist in mir das Verlangen ihn wiederzusehen. Als ich ihn tötete, starb ein Teil von mir mit ihm. Es fühlte sich an, als würde ich dem Himmel seinen hellsten Stern stehlen. Doch sein Feuer brennt zu heiß. Man muss es löschen oder in seiner Glut verbrennen. Aber … es erschien mir trotz allem, als würde ich ein Sakrileg begehen, den Lebenden diesen Mann wegzunehmen, der versuchte von einem Menschen zu einem Gott zu werden. Aber Menschen sind keine Götter und keine Teufel. Sie sind nur Menschen. So wie ein Wolf nicht zu einem Schaf wird, nur weil er sich ein Schafspelz überwirft.“
Ich lehne mich zurück und beginne mich vor und zurück zu wiegen. Ich kann niemals ruhen, niemals still stehen. Wenn ich verharre, könnte man mich einfangen. Wer? Irgendwer. Sie wollen mich alle. Ich hasse sie. Ich blicke zu meinem Gast und betrachte die schönen Ohrringe.
„Kein Wort mehr über Tom Sander!“

„Natürlich, wie Sie möchten. Sie sind fünfhundert Jahre alt. Wie kommen Sie mit der technischen Entwicklung zurecht? Ich weiß zum Beispiel, dass Marcus sich weigert ein Handy zu benutzen oder gar Autofahren zu lernen.“

Ich zucke die Achseln. „Marcus ist ein Ignorant, wie es die meisten Vampire sind. Ich liebe zum Beispiel Fernsehen.“

„Haben Sie hier denn Strom?“

„Nein. Wozu brauche ich Strom?“

Mein Gegenüber stockt und sieht mich wieder so seltsam an, als sei ich verrückt. „Ohne Strom können Sie nicht fernsehen.“

„Ich lese viel lieber. Fernsehen macht blöd. Das habe ich erst neulich bei einer TV-Reportage gesehen.“ Ich schnippe mit den Fingern. „So schnell geht das und schwupps, ist man bekloppt. Wenn ich Königin bin, werde ich fernsehen verbieten. Ich glaube, dass liegt an den Strahlen in Kombination mit den bunten Bildern.“

Die Schattenweltreporterin reibt sich die Augen und seufzt. Sie sieht durstig aus. Ich bin durstig. Ob sie es bemerkt, wenn ich in ihr Handgelenk beiße und mir ein paar Schlucke ihres Blutes genehmige?

„Ich habe mich gefragt, ob Sie und Marcus ein Paar werden.“

Sie sieht von ihrem Zettel gar nicht auf, als sie mir diese unverschämte Frage an den Kopf wirft und schreibt einfach weiter. Ich starre sie entgeistert an, was sie natürlich nicht bemerkt, weil sie nur auf ihren dämlichen Block sieht.
„Kindchen, nimmst du Drogen?“, frage ich sie besorgt. „Diese Idee ist absurd. Marcus ist der attraktivste Mann, dem ich jemals begegnet bin und auch wenn es vieles an ihm gibt, was ich verabscheue, bin ich fasziniert von seiner Stärke und seinem unbeugsamen Willen. Doch seine Dominanz hat bereits etwas Manisches und verträgt sich nicht mit meinem Streben nach Freiheit. Er und ich ein Paar. Niemals!“

„In Ihrer Vampirgesellschaft beginnt man sein unsterbliches Leben als Sklave desjenigen, der einen in einen Vampir verwandelt hat. Es gibt einige Vampire, wie Jeremias, die die Sklaverei strikt ablehnen. In weiten Teilen der Normwelt ist eine solche Ordnung eigentlich gar nicht mehr vorstellbar. Die integrative Bewegung der Schattenwelt beobachtet diese Haltung daher gleichfalls mit äußerster Skepsis. Wie stehen Sie dazu?“

„Es ist klar, dass es von Natur Freie und Sklaven gibt, und dass das Dienen für diese zuträglich und gerecht ist. Und dass es Menschen gibt, die unter allen Umständen Sklaven sind und solche, die es niemals sind.“

„Wow. Okay.“ Mein Gast ist über meine Antwort so überrascht, dass sie mich nur irritiert anguckt und endlich aufhört, auf ihrem Block zu kritzeln.

Ich frage mich, was sie so viel zu notieren hat. Falls sie nicht die Fähigkeit von ganz alten Vampiren besitzt und meine Gedanken lesen kann, gibt es nicht viel, was ich sagte, was sie aufschreiben könnte. Aber wer versteht schon die Sterblichen?

Wenn ihr mich fragt, sind die Menschen dieser Zeit von Grund auf verrückt.

„Das sind nicht meine Gedanken. Aristoteles hat dies gesagt, meine menschliche Freundin. Er ist der Beweis, dass auch ein Genie durch seine eigene Weisheit nichts lernen kann. So sagte er: Wer Recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.
Und doch zweifelte er nie daran, dass wenn man einem Menschen seine Freiheit raubt, man ihn des Menschseins beraubt. Ah, aber seien wir nachsichtig. Er war schließlich nur ein Mann.“

Die Schattenweltreporterin lächelt. Ihre goldenen Ohrringe funkeln so hübsch im flackernden Schein des Kaminfeuers. „Haben Sie je einen Menschen in einen Vampir verwandelt?“

Ich bemerke kaum, dass ich meine Schultern nach oben ziehe als würde ich frieren. Diese Frau weiß es vortrefflich Themen anzuschneiden, über die ich nicht sprechen mag.
Mein Leben lang war ich auf der Flucht. Es ergab sich nie der richtige Moment, um jemanden die Unsterblichkeit zu schenken.
„Weißt du wieso Kakerlaken mächtiger sind als Vampire?“

„Was?“

Wenn ich nur einen Cent bekäme, für jeden, der mich so verwirrt anschaut, wenn ich etwas sage, wie es mein Gast gerade tut, hätte ich schon Millionen. „Eine Kakerlake kann 9 Tage ohne Kopf überleben, bevor sie verhungert. Vampire sterben ohne Kopf sofort. Sind Kakerlaken dadurch nicht mächtiger?“
Ich lehne mich vor, streichle der jungen Frau über ihre Wange und ignoriere, dass sie zurückzuckt. „Wie lange lebst du ohne Kopf, Mensch?“

Sie räuspert sich. „Ich glaube, ich gehe jetzt. Vielen Dank für Ihre Zeit, Madleen.“
Die Reporterin, ich kann mich einfach nicht an ihren Namen erinnern, steht auf. Eigentlich hatte ich beschlossen sie zu töten, aber da sagt sie etwas, von dem sie nie erfahren wird, dass es ihr Leben gerettet hat.

„Morgen früh fliege ich schon zurück nach Deutschland. Mein Kind fehlt mir immer furchtbar. Ich freue mich darauf, wieder bei ihm zu sein.“

„Du hast Kinder?“

„Ja.“ Sie runzelt wieder ihre Stirn. „Ist das so erstaunlich?“

Ich schnurre wie eine Katze. „Neeeeeeeeeeeein.“ Ich deute auf die Tür. „Ich grüße dich, meine junge Freundin und wünsche dir und deinen Kindern alles Glück dieser Welt.“

Sie geht und an der Tür fasst sie sich plötzlich an ihr Ohr. „Wo sind meine Ohrringe?“

„Ohrringe? Du hast keine Ohrringe getragen!“

„Doch, ich habe … Gute Nacht, Madleen.“
Mein Gast seufzt und geht.

Und ich? Ich betrachte die goldenen Anhänger in meiner Hand, die wie Tränen der Sonne im Schein des Feuers funkeln, und denke an meine Kinder, die ich in diesem Leben nie wieder würde sehen können.

Nachdem Jennifer wohlbehalten in die Redaktion zurückgekehrt ist, empfehlen wir für weitere Informationen, die im Artikel erwähnten Berichte von Laya Talis:

Band 1: Der Pakt
Band 2: Der Verrat
Band 3: Der Schatten
Novelle: Jeremias

Talis Laya - Pakt Talis Laya - VerratTalis Laya - Schatten Talis Laya - JeremiasTalis Laya - Schlacht

Der 4. Band der Reihe „Die Schlacht“ erscheint gleichfalls in Kürze.

Marcus, der mächtige Erste Vampir, erfährt unerwartet Widerstand
durch Anna Sanders und seinen Sohn Jeremias.  Doch noch bevor er
sich ihnen widmen kann, erfährt er ein dunkles Geheimnis der
verhassten Organisation und rüstet im Glauben, den Feind zu kennen,
zur Schlacht …
Copyright by Laya Talis, Text zur Veröffentlichung und Verbreitung im Schattenwelt-Report freigegeben.

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