Rezensionen

Kolumne: WOLF liest – Aus Mangel an Wölfen

04/litred – jj

Lesepause - Dankwart (www.piqs.de)WOLF liest – Buchkritiken mit Biss

 Ein ganz besonders schwer verdaulicher Brocken lag die Tage in meinen Fressnapf für geistige Nahrung und literarische Appetithäppchen.

Wolf liestAls Wolf im Hundepelz und leidenschaftlicher Verfechter für mehr Bildung im heimischen Hundekörbchen, war ich durchaus geneigt, mir ein Werk zu Gemüte zu führen, das gemeinhin als „anspruchsvolle Fantasyliteratur“ bezeichnet wird.

Ob man dieses Genre als gehoben bezeichnet kann, sei mal dahingestellt. Wer nicht Tolkien oder Wells heißt, kann sich, meiner bescheidenen Meinung nach, mit den wahren Größen der Schreibkunst nicht messen.

Ich rede hier von unerreichten Meistern wie Mara Mammati mit „Wuffi und sein Stöckchen“ und Pia Panda mit „Das ABC der Welpenerziehung“.

Das mir nun vorliegende Werk „Die flammenden Schwingen Ethernas“ aus der Feder der jungen und engagierten Autorin Jennifer Jager, ist, wie könnte es anders sein, kein Tolkien.

Gut, der Schreibstil ist durchaus ansehnlich, poetisch, will man fast meinen. Die Story fesselt, die Idee dahinter ist innovativ und auch die Protagonisten zeugen von lebensnaher Tiefe.

Aber – und nun kommt der Knackpunkt – wo bleibt der Canis Lupus?

Was nutzen mächtige Fangzähne, wenn sie nicht im Maul eines Wolfes klaffen, sondern in dem eines unbezwingbaren Feuerwesens? Und wie leer wirkt eine Welt, beherrscht von einer archaischen Gesellschaft, wenn der Bauerntölpel und die Jungfer in Nöten nicht von einer handfesten Werwolfplage bedroht werden?

Der Autorin muss man allerdings zugutehalten, dass sie auch ansonsten auf alle uns bekannten und weit verbreiteten paranormalen Wesenheiten verzichtet hat. Anstelle dessen trifft man auf die eben erwähnten Feuerwesen, auf Tricksen und Semanten.

Schlussendlich habe ich das Buch verschlungen, wie ich zuletzt die Puschen meiner hauseigenen Futterspenderin verschlungen habe.

Auf den geneigten Leser wartet eine Story, die zunächst klein beginnt und im Laufe der Erzählung gar epische Ausmaße annimmt. Auch hier ziehe ich gerne die Parallele zu den Pantoffeln, die erst bequem und unscheinbar wirkten, dann aber ihr spannendes Inneres, in Form von Echtledereinlage und Lammfellfutter offenbarten.

Tatze 1er hochMein Fazit: Die Etherna-Trilogie erhält von mir vier von fünf Pfötchen. Eines musste ich abziehen, aus Solidarität meinen wölfischen Kollegen gegenüber.
Eine klare Kaufempfehlung für alle Fans epischer Fantasyliteratur, die ab und an auf Vampire, Gestaltwandler und sogar Werwölfe verzichten können.

Jager - Etherna 2

1 Die flammendJager - Etherna 1en Schwingen Ethernas

2 Die brennenden Flüsse Ethernas

3 Die lodernden Tiefen Ethernas 

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