Gesellschaft/Interna

Gastkolumne: Jeder hat einen Schatten

links oder rechts ?

Links oder Rechts – Latex (www.piqs.de)

Rechtsanwalt PD, Dr. Karel von Wattenberg

04/gkol-kvw#1

In den letzten Jahren ist das Interesse der Normwelt an der Schattenwelt nicht nur sprunghaft angestiegen, sondern hat auch eine grundlegende Wandlung erfahren. Der Wandel von der Parallelgesellschaft zur Subkultur ist längst vollzogen und es mehren sich die Anzeichen, dass auch eine echte Integration der Welten in greifbare Nähe rückt.

Mag dies durch die erfrischend kindliche Freude weiter Teile der weiblichen Bevölkerung an paranormalen Romanzen angestoßen worden sein, erfordert dieser Prozess ein erhebliches Maß an Toleranz von beiden Seiten, womit ausdrücklich nicht nur kulinarische und sexuelle Vorlieben umfasst sind.

Bei der Schattenwelt handelt sich um eine hochkomplexe Gesellschaft,

die sich paranormalen Mitbürgern zusammensetzt. Es ist die Gesellschaft der Vampire, Werwölfe, Dämonen, Faune, Elfen und vielen anderen Gestalten, die mehr oder weniger gut integriert aber weitestgehend unbemerkt in der Normwelt leben. Gemeint sind aber auch jene Normweltbewohner, die aufgrund besonderer Fähigkeiten nicht in die Schemen ihrer Welt passen und daher im oder jedenfalls am Rande der Schatten Schutz und Obhut finden.

Dabei verfolgt jede dieser „realisierungsferne Spezies“ ihre eigene Strategie, wie sie mit der Normwelt und den in ihr in schöner Ahnungslosigkeit lebenden Menschen umgeht. Es lässt sich hier auch kein speziestypisches Verhaltensmuster erkennen, sondern ist, schon aufgrund der über Jahrtausende der Anfeindungen und Verfolgungen bewährten Zellenstruktur, die allein das Überleben der verschiedenen Spezies sicherte, geschuldet.

Entsprechend erbittert wird in der Schattenwelt darum gestritten, wie die diplomatischen Beziehungen zur Normwelt auszugestalten sind. Es gibt, wie eingangs herausgestellt, eine stetig stärker werdende Fraktion, die sich für eine Integration und ein friedliches Miteinander ausspricht und durch positive individuelle Begegnungen ein vorsichtiges Grundvertrauen in die Spezies Mensch fasst.

Dies soll durch großangelegte Image-Kampagnen erreicht werden,

bei denen mittels öffentlichkeitswirksam präsentierter Bücher und Filme das Image der Paranormalen verbessert wird. Diesen Bemühungen ist es etwa zu verdanken, dass Vampire nicht länger als blutrünstige Bestien, sondern von einer wachsenden Bevölkerungsschicht als „ziemlich coole“ Zeitgenossen wahrgenommen werden. Dass diese Auffassung überwiegend von Frauen geteilt wird, die diese vorurteilsfreie Haltung womöglich ihren Kindern mitgeben, lässt eine günstige Prognose für künftige Entwicklungen zu.

Eine andere Gruppe dagegen lehnt diese Strategie strikt ab und wirkt insbesondere der Vermischung der Spezies entgegen. Sie vertritt die Auffassung, dass die normalen Menschen eindrucksvoll belegt haben, dass sie zur Gestaltung einer lebenswerten Welt nicht imstande sind und deshalb geführt werden müssen. Um dabei nicht auf Widerstand zu stoßen, sollen Menschen einfach von den wirklich wichtigen Dingen abgelenkt und mit Nebensächlichkeiten beschäftigt werden, dass sie sich willig lenken lassen.

Daneben gibt es auch in der Normwelt, also der Welt, die jene, die es nicht besser wissen, eials normal bezeichnen, Strömungen, die das Hervortreten der Schatten mit Sorge beobachten und auf verschiedenste Weise entgegenwirken. Ob dies durch Terrorakte wie die der „Anti-Pa“, durch umfassende Kontrollversuche wie der „Organisation“, klassischen Vampirjägern, durch Einzelkämpfer und oder passiven Widerstand geschieht, ist unerheblich. Faszinierend ist allein, dass sich zunehmend auch die Hardliner beider Welten in ihrem Bemühen um separatistische Lösungen gegenseitiger Hilfe – teils einvernehmlich, teils manipulativ, teils unwissentlich – bedienen.

Ich kann nur jedem interessierten Grenzgänger, aus welcher Welt auch immer er entstammen mag, ans Herz legen, sorgfältig zu prüfen, was so vermeintlich offenkundig auf der Hand liegt, denn eines lässt sich sicher sagen:

Wie auch immer es sein mag, es ist nicht so, wie es scheint.

Nur am Rande sei erwähnt, dass es auch außerhalb der Welt, die sich Norm- und Schatten teilen, auch noch andere Existenzebenen vorhanden sind, die in diesem Abriss nicht berücksichtigt sind.

Das wichtigste Organ der Schattenwelt ist der Schattenwelt-Report, das ultimative Lifestyle-Magazin für die paranormale Gemeinde, der über sämtliche Neuigkeiten aus der Schattenwelt zuverlässig berichtet. Ob Sport, Kultur, Gesellschaft oder Politik – dieses sich auch in der Normwelt wachsender Beliebtheit erfreuende Magazin lässt keine Fragen offen und gehört zu Pflichtlektüre jeden interessierten Bürgers.

Einen erstaunlich genauen Abriss zu den Organen der Schattenwelt bieten die Vampire Guides von Kay Noa:

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