Gesellschaft/Interna

Auren – Das Bunte zwischen Norm- und Schattenwelt

Pompey Sunset

01/red-jg

Bunt ist unsere Lieblingsfarbe!!!

Darum herrschte in der Redaktion des Schattenwelt-Reports große Freude, als aufgrund der freundlichen Vermittlung von Mella Dumont sich mit Carolina Mahler eine Insiderin bereit erklärte, uns und unseren Lesern ein höchst seltenes Talent näher zu erklären: Die Fähigkeit, Auren zu spüren.

Bevor Jennifer ihrer Einladung in das kleine Eifeldorf Beßlich nachkam, wo Frau Mahler zurückgezogen lebt, haben wir uns natürlich über diese faszinierende Persönlichkeit informiert.

Frau Mahler ist die Großmutter von Lina Bell, einem der größten Auren-Talente, die dem SW-R bekannt sind und ihrer Enkelin sehr zugetan, obwohl sie zugunsten ihrer großen Liebe vor vielen Jahren, den Kontakt zu ihrem Bruder und ihren Eltern abgebrochen hat. Seit dem Tode ihres Mannes befasst sie sich mit der Herstellung von Salben und Tees aus Kräutern.

Frau Mahler empfängt Jennifer freundlich in ihrem gemütlichen Haus, natürlich mit frisch gebrühtem Kräutertee. Aus der SW-R Redaktion hat Jennifer unsere legendären Elfenküchlein mitgebracht, die nun auf einem schlichten Porzellanteller auf dem Tisch stehen. Doch Jennifer ist ja nicht zum Spaß hier und so beginnt sie mit dem vermutlich sensibelsten Interview dieser Ausgabe des SW-R.
Jennifer, unsere fleißige Redakteurin räuspert sich. „Danke, dass Sie sich für den SW-R Zeit nehmen, Frau Mahler.
CM: „Gern! Wobei das für mich sehr aufregend ist … ich bin nun schon so alt und noch nie interviewt worden …“
SW-R: „Kein Problem, das schaffen Sie schon! Mit Ihrem Gespür für Auren bewegen Sie sich sozusagen am Rande der normalen Realität, wie sie mehr oder minder einheitlich wahrgenommen wird. Aber auch aus Sicht jener Wesen, die aufgrund ihrer Konstitution und Fähigkeiten noch vorsichtiger in der sogenannten Schattenwelt agieren, sind Sie ein Grenzgänger.“
CM: „Ja, in meiner Familie gibt es eine außergewöhnliche Gabe, trotzdem sind wir normale Menschen.“
SW-R: „Können Sie uns kurz beschreiben, worin genau Ihre Fähigkeit bzw. die Ihrer Familien besteht?“
CM: „Viele Frauen in meiner Familie können die Gefühle der anderen Menschen sehen. Sie erkennen Auren, die je nach Gemütszustand verschiedene Farben aufweisen können.“
SW-R: „Sie halten diese Gabe streng geheim…“
CM: „Wir versuchen es – was leider nicht immer einfach ist.“ Frau Mahler seufzt. „Sehen Sie, dies ist ein Bild, das meine Tochter Melanie gemalt hat, um die Aura eines verliebten Menschen zu verdeutlichen. Das Original hängt über dem Bett meiner Enkelin Lina. Mein Schwiegersohn, Linas Onkel, hat es ihr geschenkt, als Mel….“
Einfühlsam räuspert sich Jennifer, als Frau Mahler unglücklich abbricht.
SW-R:  „Wie wichtig ist es Ihnen, unbemerkt in der Normwelt zu leben? Warum?“
CM:  „Unsere Gabe kann sehr nützlich sein. Wer die Gefühle anderer Menschen lesen oder sogar beeinflussen kann, ist häufig im Vorteil. Aber wir haben Feinde, schon seit vielen Jahren … daher ist es für uns wichtig, dass wir möglichst wenig auffallen.“
SW-R: „Welchen Stellenwert nimmt Ihr Geheimnis in Ihrem Leben ein?“
CM: „Ich selbst besitze die Gabe nur in geringem Ausmaß, aber meine Tochter Melanie war so talentiert, dass sie leider … nun, heute liegt meine Tochter im Wachkoma. Und da meine Enkelin Lina genauso begabt ist, habe ich heute Angst um sie, genau wie ich früher Angst um Mel hatte. Lina und Leo sind zum Beispiel beide empathisch, von daher belastet das ihre Beziehung nicht.“
SW-R: „Könnten Sie sich vorstellen, als übersinnlich begabte Person mit einem Normmenschen zusammen zu sein?“
CM: „Viele von uns leben mit normal empathischen Menschen zusammen. Nur in unserer Familie … ich weiß auch nicht, warum es so ist, aber wir werden immer wieder voneinander angezogen, sodass viele mittlerweile davon ausgehen, dass wir in Zukunft gefährlich werden könnten … es ist keine angenehme Situation. Mir wäre es bedeutend lieber, wenn Lina sich einen anderen Freund suchen würde!“
SW-R: „Wann, in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen würden Sie ihn einweihen?“
CM:  „Bedingt durch die Gefahren, durch die Lina im letzten Semester gegangen ist, weiß Leo bereits sehr viel. Aber wir haben es uns zur Gewohnheit gemacht, nie mehr zu erzählen, als unbedingt notwendig.“
Natürlich hätte Jennifer gerne nachgehakt, aber eine innere Stimme sagt ihr, dass im ersten Interview nicht zu tief gebohrt werden sollte. „Wie auch Ihre Geschichte zeigt, birgt das Übersinnliche Gefahren“, sagt sie daher unverbindlich „Wobei ziehen Sie im Alltag den größten Nutzen aus Ihrer Gabe?“
CM: „Ich bemerke, wenn der Postbote schlechte Laune hat und schenke ihm ein Lächeln oder eine aufmunternde Bemerkung. Ansonsten versuchen wir, die Gabe möglichst nicht einzusetzen, denn es kann schnell gefährlich werden. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Was würde ich tun, wenn der Postbote sich in mich verlieben würde und Tag und Nacht an meiner Haustür klingelt?“
SW-R: „Und umgekehrt, wo sind Sie am meisten gehandicapt? Z.B. wie geht das beim Einkaufen oder bei Geschäftsbesprechungen?“
CM: „Es fällt vielen Mitgliedern meiner Familie sehr schwer, ihre Gabe nicht einzusetzen, wenn sie helfen könnten. Aber häufig ist es einfach zu riskant! Meine Tochter Melanie hat diese Regel häufig gebrochen, und wohin hat es sie gebracht?“
Carolina Mahler kramt nach einem Taschentuch und tupft ihre Tränen weg. Jennifer lässt ihr natürlich diskret die Zeit, die sie benötigt, um sich zu fassen. Schließlich setzt Jennifer das Interview fort:
SW-R: „In der Schattenwelt leben viele Wesen mit ähnlicher oder vergleichbaren Begabungen. Könnten Sie sich einen Ausflug in die tieferen Gefilde dieser Gesellschaft vorstellen?“
CM: „Nein, auf gar keinen Fall! In meiner Welt gibt es schon genug Merkwürdigkeiten! Aber so wie ich meine Enkelin kenne, würde sie gern mal einen Vampir oder andere Wesen treffen, und sei es nur, um herauszulesen, ob sie auch deren Gefühle sehen und beeinflussen kann. Das Kind kennt einfach keinen Sinn für das Risiko!“
Jennifer lächelt. „Vielen Dank! Ihre Sicht der Dinge bringt eindeutig Farbe in die Schattenwelt. Wir freuen uns schon darauf, mehr über diese faszinierende Technik zu erfahren und wünschen Ihnen und Ihrer Familie weiterhin alles Gute.“
Auf dem Nachhauseweg nimmt Jennifer sich fest vor, hier noch weiter nachzuforschen. Auch, weil Frau Mahlers Tee wirklich zu köstlich war.

Für alle, die solange nicht warten wollen, gibt es von Mella Dumont „Himbeermond„, die Geschichte von Lina und Leo auch nachzulesen. Mit ganz viel Romantik, Auren und einem Wiedersehen mit Frau Mahler.

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